Mit Kanisterflößen zum Aue-Abenteuer Der Leher Kultursommer geht seinem Ende entgegen, und der reale Sommer zieht nach. Schau- rig-graue Tristesse herrschte am Donnerstagabend vor der „theo“, trotzdem hatte sich eine kleine Gruppe versammelt, um bei einem Spaziergang dem Weg der Aue zu folgen. Die Teilnehmer hat- ten Glück und sahen sogar die Sonne, denn selbst das Wetter spielte mit. „Die gute alte Zeit“ steht in diesem Jahr als Überschrift über der Veranstaltungsreihe. Gemein- sam mit den „Auepiraten“, die hier einst als Kinder spielten, tauchte Reiseleiter Heiko Janssen, Vorsitzender der Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe (ESG), tief in die Vergangenheit ein. Dabei gab es bereits an der ersten Straßenecke die ersten Diskussionen: Wo genau verlief das Flüsschen eigentlich? Gar nicht so leicht zu beantworten, weil es vor allem auf das Jahrhundert ankommt. Die lange ihrem natürlichen Bett folgende Aue wurde bei der Expansion Lehes nämlich immer wieder gekrümmt und verschoben, musste sich den Bedürfnissen und Neubauten anpassen, bevor man sie Anfang der 70er Jahre zuschüttete und endgültig verschwinden ließ. „Hier war unser Revier zu Ende. Wer die Grenze überschritt, bekam Kloppe.“ Sehr genau erin- nerten sich die „Auepiraten“ noch an die fest vereinbarten Grenzen ihrer Jugendzeit, an das Trei- ben in Lehe zwischen 1940 und 1960. Gemüseläden, Kolonialwarengeschäfte und Musikalien- handlungen lebten wieder auf, der Pausenhof der heutigen „theo“ war der Ort für riskante Fuß- ballspiele. Das Ufer war für die Gruppe, die sich seit 1992 regelmäßig trifft und Geschichten austauscht, ein einziger großer Abenteuerspielplatz, die Aue selbst wurde von den Piraten auf Flössen aus zu- sammengebundenen Kanistern befahren. „Nur reinfallen durfte man nicht, dann gab’s zu Hause eine Tracht Prügel extra. Und wie man dann gestunken hat!“ Die Brücke fürs Hochzeitsbild Am „Schloss am Meer“ vorbei ging es über die Hafenstraße, am Saarpark entlang in Richtung Geeste, wo die Aue einst mündete. Lebendige Stadtgeschichte am Beispiel eines Flüsschens, wechselnde Straßennamen und ein trauriger Blick auf die Absperrung am verfallenden Kistner- Gelände: „Ist doch wirklich schade!“ Fotos und Zeitungsausschnitte, alte Karten und Anekdoten: „Hier war die Brücke, auf der mein Großvater für das Hochzeitsbild gestanden hat.“ Der kurzweilige, dabei höchst informative Rund- gang führte am Ende zurück zur „Kogge“, wo die Teilnehmer weitere Gelegenheit zum regen Ge- spräch fanden. Sogar zur Kultur wurde an der Ecke Hafenstraße/Auf den Sülten der Bogen geschlagen: „Hier stand das erste Amerika-Haus. Da habe ich damals meinen allerersten Micky-Maus-Film gese- hen“, berichtete ein „Auepirat“. Na klar, so etwas prägt ein Leben lang.
Nordsee-Zeitung vom 14.09.2013
Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe e.V. ‒ Verein Wohnungsvermarktungsnetzwerk
E-Mail: info@esglehe.de
Mit Kanisterflößen zum Aue-Abenteuer Der Leher Kultursommer geht seinem Ende entgegen, und der reale Sommer zieht nach. Schaurig-graue Tristesse herrschte am Donners- tagabend vor der „theo“, trotzdem hatte sich eine kleine Gruppe ver- sammelt, um bei einem Spaziergang dem Weg der Aue zu folgen. Die Teilnehmer hatten Glück und sahen sogar die Sonne, denn selbst das Wetter spielte mit. „Die gute alte Zeit“ steht in diesem Jahr als Überschrift über der Veran- staltungsreihe. Gemeinsam mit den „Auepiraten“, die hier einst als Kin- der spielten, tauchte Reiseleiter Heiko Janssen, Vorsitzender der Eigen- tümerstandortgemeinschaft Lehe (ESG), tief in die Vergangenheit ein. Dabei gab es bereits an der ersten Straßenecke die ersten Diskussio- nen: Wo genau verlief das Flüsschen eigentlich? Gar nicht so leicht zu beantworten, weil es vor allem auf das Jahrhundert ankommt. Die lange ihrem natürlichen Bett folgende Aue wurde bei der Expansion Lehes nämlich immer wieder gekrümmt und verschoben, musste sich den Bedürfnissen und Neubauten anpassen, bevor man sie Anfang der 70er Jahre zuschüttete und endgültig verschwinden ließ. „Hier war unser Revier zu Ende. Wer die Grenze überschritt, bekam Kloppe.“ Sehr genau erinnerten sich die „Auepiraten“ noch an die fest vereinbarten Grenzen ihrer Jugendzeit, an das Treiben in Lehe zwi- schen 1940 und 1960. Gemüseläden, Kolonialwarengeschäfte und Mu- sikalienhandlungen lebten wieder auf, der Pausenhof der heutigen „theo“ war der Ort für riskante Fußballspiele. Das Ufer war für die Gruppe, die sich seit 1992 regelmäßig trifft und Ge- schichten austauscht, ein einziger großer Abenteuerspielplatz, die Aue selbst wurde von den Piraten auf Flössen aus zusammengebundenen Kanistern befahren. „Nur reinfallen durfte man nicht, dann gab’s zu Hau- se eine Tracht Prügel extra. Und wie man dann gestunken hat!“ Die Brücke fürs Hochzeitsbild Am „Schloss am Meer“ vorbei ging es über die Hafenstraße, am Saar- park entlang in Richtung Geeste, wo die Aue einst mündete. Lebendige Stadtgeschichte am Beispiel eines Flüsschens, wechselnde Straßenna- men und ein trauriger Blick auf die Absperrung am verfallenden Kistner- Gelände: „Ist doch wirklich schade!“ Fotos und Zeitungsausschnitte, alte Karten und Anekdoten: „Hier war die Brücke, auf der mein Großvater für das Hochzeitsbild gestanden hat.“ Der kurzweilige, dabei höchst informative Rundgang führte am Ende zurück zur „Kogge“, wo die Teilnehmer weitere Gelegenheit zum regen Gespräch fanden. Sogar zur Kultur wurde an der Ecke Hafenstraße/Auf den Sülten der Bogen geschlagen: „Hier stand das erste Amerika-Haus. Da habe ich damals meinen allerersten Micky-Maus-Film gesehen“, berichtete ein „Auepirat“. Na klar, so etwas prägt ein Leben lang.
Nordsee-Zeitung vom 14.09.2013
E-Mail: info@esglehe.de
Mit Kanisterflößen zum Aue-Abenteuer Der Leher Kultursommer geht seinem Ende entgegen, und der reale Sommer zieht nach. Schaurig-graue Tristesse herrschte am Donnerstagabend vor der „theo“, trotzdem hatte sich eine kleine Gruppe versammelt, um bei einem Spa- ziergang dem Weg der Aue zu folgen. Die Teilnehmer hatten Glück und sahen sogar die Sonne, denn selbst das Wetter spielte mit. „Die gute alte Zeit“ steht in diesem Jahr als Überschrift über der Veranstaltungs- reihe. Gemeinsam mit den „Auepiraten“, die hier einst als Kinder spielten, tauchte Reiseleiter Heiko Janssen, Vorsitzender der Eigentümerstandortgemeinschaft Le- he (ESG), tief in die Vergangenheit ein. Dabei gab es bereits an der ersten Stra- ßenecke die ersten Diskussionen: Wo genau verlief das Flüsschen eigentlich? Gar nicht so leicht zu beantworten, weil es vor allem auf das Jahrhundert an- kommt. Die lange ihrem natürlichen Bett folgen- de Aue wurde bei der Expansion Lehes nämlich immer wieder gekrümmt und verschoben, musste sich den Bedürfnis- sen und Neubauten anpassen, bevor man sie Anfang der 70er Jahre zuschüt- tete und endgültig verschwinden ließ. „Hier war unser Revier zu Ende. Wer die Grenze überschritt, bekam Kloppe.“ Sehr genau erinnerten sich die „Auepiraten“ noch an die fest vereinbarten Grenzen ihrer Jugendzeit, an das Treiben in Lehe zwischen 1940 und 1960. Gemüseläden, Kolonialwarengeschäfte und Musikalien- handlungen lebten wieder auf, der Pau- senhof der heutigen „theo“ war der Ort für riskante Fußballspiele. Das Ufer war für die Gruppe, die sich seit 1992 regelmäßig trifft und Ge- schichten austauscht, ein einziger gro- ßer Abenteuerspielplatz, die Aue selbst wurde von den Piraten auf Flössen aus zusammengebundenen Kanistern be- fahren. „Nur reinfallen durfte man nicht, dann gab’s zu Hause eine Tracht Prügel extra. Und wie man dann gestunken hat!“ Die Brücke fürs Hochzeitsbild Am „Schloss am Meer“ vorbei ging es über die Hafenstraße, am Saarpark ent- lang in Richtung Geeste, wo die Aue einst mündete. Lebendige Stadtge- schichte am Beispiel eines Flüsschens, wechselnde Straßennamen und ein trau- riger Blick auf die Absperrung am verfal- lenden Kistner-Gelände: „Ist doch wirk- lich schade!“ Fotos und Zeitungsausschnitte, alte Kar- ten und Anekdoten: „Hier war die Brücke, auf der mein Großvater für das Hoch- zeitsbild gestanden hat.“ Der kurzweili- ge, dabei höchst informative Rundgang führte am Ende zurück zur „Kogge“, wo die Teilnehmer weitere Gelegenheit zum regen Gespräch fanden. Sogar zur Kultur wurde an der Ecke Ha- fenstraße/Auf den Sülten der Bogen ge- schlagen: „Hier stand das erste Amerika- Haus. Da habe ich damals meinen aller- ersten Micky-Maus-Film gesehen“, be- richtete ein „Auepirat“. Na klar, so etwas prägt ein Leben lang.
Nordsee-Zeitung vom 14.09.2013
ESG Lehe e.V. ‒ Verein
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