Heißes Holz und Quetschkommode Da pilgern sie am Freitagabend wieder durch die Leher Straßen, die Freunde des originellen Kurzkonzerts. Die kleine Leher Abendmusik, die „Musik im Wohnzimmer“, lockt zum zweiten Mal beim Kultursommer – vier Stunden zu maximal vier Auftritten nach Wahl. Mein Parcours beginnt bei Irmgard Bude-Bange – in ihrer guten Stube mit der klassischen Schie- betür. „Potpourri der schönsten Ohrwürmer“: Da kann ich nicht widerstehen. Acht Frauen aller Al- tersgruppen sitzen beisammen (eine kommt sogar aus Konstanz) und singen gut gelaunt die Lie- der, die Heinz Mayer-Aschoff auf der diatonischen Handharmonika – jeder Knopf zwei Töne! – musiziert. Mit „La Paloma“ geht’s los, beim Operettenpotpourri ist noch lange nicht Schluss. Nur der achtjährige Nachbarsjunge Tom Johann guckt verdutzt: Er kennt keine einzige Melodie… Auf dem Weg zu meinem nächsten Klangerlebnis treffe ich zwei Freunde. Sie haben gerade in einer Villa an der Birkenstraße „Christusballaden“ gehört – und waren neben den Bewohnern die einzigen Besucher. Peter Stiller, erzählen sie, beherrsche irische Bouzouki und Radleier virtuos, nur seien seine Lieder doch arg „düster-gläubig“ gewesen. Wir vereinbaren, unsere Erlebnisse per Handy auszutauschen. Ein paar Straßen weiter lande ich bei Lehrerin Heidemarie Schröter. In ihrem Wohnzimmer drän- gen sich auf Sofas, Sesseln und Stühlen 20 muntere Menschen, der Hausherr reicht das Tablett mit Wassergläsern über die Köpfe. Dass für die Musik genug Raum bleibt, dafür sorgt Gitarrist Sven Harig in seinem ersten großen Konzert. Verschiedene Arten von Flamenco, Variationen über „Greensleves“ und eine „Toccata für wilde alte Damen“ – da kommt Stimmung auf. Meine Freunde melden sich: Sie haben gerade im Heim von Musiker Mikael Börresen „Heißes Holz“ – Musik für zwei Klarinetten und Fagotte – erlebt. Flotten Jazz für zwei Saxofone gab es auch, jetzt sind sie in Bummellaune. Die stellt sich bei mir dann in der modernen Dachwohnung von Tina Hentschel ein. Das rein norddeutsch besetzte Trommelquintett SoLaLa, vor acht Jahren gegründet, lässt in seinem Debütkonzert mit viel Körpereinsatz westafrikanische Rhythmen wum- mern, dass die Dielen brummen. Das geht durch und durch – und singen können die fünf auch. Jodelwahnsinn Der erwartete Anruf kommt verspätet. Bei der bayerischen Zitherspielerin Sandra Coordes im Wohnprojekt Goethestraße 43 wurde es bei ironischen Liedern über einen allbekannten Hambur- gerbrater und anderen Schmankerln der „Diatonischen Jodelwahnsinnigen“ offenbar besonders urig. Sie würden den Abend jetzt mit gepflegter Streichquartettmusik beschließen, bestellen mir meine Freunde. Ich dagegen muss noch diesen Tusch für die „Musik im Wohnzimmer“, ihre Gastgeber und ihre Interpreten schreiben: Wir haben uns wohlgefühlt bei euch!
Nordsee-Zeitung vom 31.08.2013
Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe e.V. ‒ Verein Wohnungsvermarktungsnetzwerk
E-Mail: info@esglehe.de
Heißes Holz und Quetschkommode Da pilgern sie am Freitagabend wieder durch die Leher Straßen, die Freunde des originellen Kurzkonzerts. Die kleine Leher Abendmusik, die „Musik im Wohnzimmer“, lockt zum zweiten Mal beim Kultursom- mer – vier Stunden zu maximal vier Auftritten nach Wahl. Mein Parcours beginnt bei Irmgard Bude-Bange – in ihrer guten Stube mit der klassischen Schiebetür. „Potpourri der schönsten Ohrwürmer“: Da kann ich nicht widerstehen. Acht Frauen aller Altersgruppen sitzen beisammen (eine kommt sogar aus Konstanz) und singen gut gelaunt die Lieder, die Heinz Mayer-Aschoff auf der diatonischen Handharmo- nika – jeder Knopf zwei Töne! – musiziert. Mit „La Paloma“ geht’s los, beim Operettenpotpourri ist noch lange nicht Schluss. Nur der achtjähr- ige Nachbarsjunge Tom Johann guckt verdutzt: Er kennt keine einzige Melodie… Auf dem Weg zu meinem nächsten Klangerlebnis treffe ich zwei Freun- de. Sie haben gerade in einer Villa an der Birkenstraße „Christusballa- den“ gehört – und waren neben den Bewohnern die einzigen Besucher. Peter Stiller, erzählen sie, beherrsche irische Bouzouki und Radleier virtuos, nur seien seine Lieder doch arg „düster-gläubig“ gewesen. Wir vereinbaren, unsere Erlebnisse per Handy auszutauschen. Ein paar Straßen weiter lande ich bei Lehrerin Heidemarie Schröter. In ihrem Wohnzimmer drängen sich auf Sofas, Sesseln und Stühlen 20 muntere Menschen, der Hausherr reicht das Tablett mit Wassergläsern über die Köpfe. Dass für die Musik genug Raum bleibt, dafür sorgt Git- arrist Sven Harig in seinem ersten großen Konzert. Verschiedene Arten von Flamenco, Variationen über „Greensleves“ und eine „Toccata für wilde alte Damen“ – da kommt Stimmung auf. Meine Freunde melden sich: Sie haben gerade im Heim von Musiker Mikael Börresen „Heißes Holz“ – Musik für zwei Klarinetten und Fagotte – erlebt. Flotten Jazz für zwei Saxofone gab es auch, jetzt sind sie in Bummellaune. Die stellt sich bei mir dann in der modernen Dachwohn- ung von Tina Hentschel ein. Das rein norddeutsch besetzte Trommel- quintett SoLaLa, vor acht Jahren gegründet, lässt in seinem Debütkon- zert mit viel Körpereinsatz westafrikanische Rhythmen wummern, dass die Dielen brummen. Das geht durch und durch – und singen können die fünf auch. Jodelwahnsinn Der erwartete Anruf kommt verspätet. Bei der bayerischen Zitherspieler- in Sandra Coordes im Wohnprojekt Goethestraße 43 wurde es bei ironi- schen Liedern über einen allbekannten Hamburgerbrater und anderen Schmankerln der „Diatonischen Jodelwahnsinnigen“ offenbar besonders urig. Sie würden den Abend jetzt mit gepflegter Streichquartettmusik be- schließen, bestellen mir meine Freunde. Ich dagegen muss noch diesen Tusch für die „Musik im Wohnzimmer“, ihre Gastgeber und ihre Interpreten schreiben: Wir haben uns wohlge- fühlt bei euch!
Nordsee-Zeitung vom 31.08.2013
E-Mail: info@esglehe.de
Heißes Holz und Quetschkommode Da pilgern sie am Freitagabend wieder durch die Leher Straßen, die Freunde des originellen Kurzkonzerts. Die kleine Leher Abendmusik, die „Musik im Wohn- zimmer“, lockt zum zweiten Mal beim Kultursommer – vier Stunden zu maxi- mal vier Auftritten nach Wahl. Mein Parcours beginnt bei Irmgard Bu- de-Bange – in ihrer guten Stube mit der klassischen Schiebetür. „Potpourri der schönsten Ohrwürmer“: Da kann ich nicht widerstehen. Acht Frauen aller Al- tersgruppen sitzen beisammen (eine kommt sogar aus Konstanz) und singen gut gelaunt die Lieder, die Heinz Mayer- Aschoff auf der diatonischen Handhar- monika – jeder Knopf zwei Töne! – mu- siziert. Mit „La Paloma“ geht’s los, beim Operettenpotpourri ist noch lange nicht Schluss. Nur der achtjährige Nachbars- junge Tom Johann guckt verdutzt: Er kennt keine einzige Melodie… Auf dem Weg zu meinem nächsten Klangerlebnis treffe ich zwei Freunde. Sie haben gerade in einer Villa an der Birkenstraße „Christusballaden“ gehört – und waren neben den Bewohnern die einzigen Besucher. Peter Stiller, erzäh- len sie, beherrsche irische Bouzouki und Radleier virtuos, nur seien seine Lieder doch arg „düster-gläubig“ gewesen. Wir vereinbaren, unsere Erlebnisse per Han- dy auszutauschen. Ein paar Straßen weiter lande ich bei Lehrerin Heidemarie Schröter. In ihrem Wohnzimmer drängen sich auf Sofas, Sesseln und Stühlen 20 muntere Men- schen, der Hausherr reicht das Tablett mit Wassergläsern über die Köpfe. Dass für die Musik genug Raum bleibt, dafür sorgt Gitarrist Sven Harig in seinem er- sten großen Konzert. Verschiedene Ar- ten von Flamenco, Variationen über „Greensleves“ und eine „Toccata für wil- de alte Damen“ – da kommt Stimmung auf. Meine Freunde melden sich: Sie haben gerade im Heim von Musiker Mikael Börresen „Heißes Holz“ – Musik für zwei Klarinetten und Fagotte – erlebt. Flotten Jazz für zwei Saxofone gab es auch, jetzt sind sie in Bummellaune. Die stellt sich bei mir dann in der modernen Dach- wohnung von Tina Hentschel ein. Das rein norddeutsch besetzte Trommelquin- tett SoLaLa, vor acht Jahren gegründet, lässt in seinem Debütkonzert mit viel Körpereinsatz westafrikanische Rhyth- men wummern, dass die Dielen brum- men. Das geht durch und durch – und singen können die fünf auch. Jodelwahnsinn Der erwartete Anruf kommt verspätet. Bei der bayerischen Zitherspielerin San- dra Coordes im Wohnprojekt Goethestra- ße 43 wurde es bei ironischen Liedern über einen allbekannten Hamburgerbra- ter und anderen Schmankerln der „Dia- tonischen Jodelwahnsinnigen“ offenbar besonders urig. Sie würden den Abend jetzt mit gepflegter Streichquartettmusik beschließen, bestellen mir meine Freun- de. Ich dagegen muss noch diesen Tusch für die „Musik im Wohnzimmer“, ihre Gast- geber und ihre Interpreten schreiben: Wir haben uns wohlgefühlt bei euch!
Nordsee-Zeitung vom 31.08.2013
ESG Lehe e.V. ‒ Verein
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