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Starkregenfälle - Unser Kanalsystem
Inhalt

In Zukunft wird Europa, Deutschland und auch Bremerhaven immer häufiger von Starkregenfällen heimgesucht werden. Im Dezember 2013 /Januar 2014 hatte nicht viel gefehlt und die Flutkatastrophe, die damals weite Landstriche im Süden Englands unter Wasser setzte, hätte auch Norddeutschland betroffen.

    Ist unser Kanalsystem dafür ausgelegt?
    Wohin mit dem vielen Wasser?

    Es fließt in die Zentrale Kläranlage - und in die Keller.
    - Ist die Kläranlage für größere Starkregenereignisse ausgelegt?

    Wie steht es um das Kanalsystem in Bremerhaven?
    Wie im sieht es im Goethequartier damit aus?

    Was wird die Stadt und was kann der Hauseigentümer unternehmen,
    um die stärksten Schäden vom Haus und vom Grundstück fern zu halten?

Über diese Fragen sprach der Referent dieses Themenabends, Herr N. Hoppe (Dipl. Ing., BEG Bremerhaven) mit den Gästen unseres Themenabends.

Ernüchternd war für viele unserer Gäste wohl die
Erkenntnis, dass die Möglichkeiten der Stadt, das Kanalsystem Bremerhavens an die zukünftig häufiger zu erwartendenen Starkregenereignisse und die damit schlagartig zustande kommenden größeren Wassermassen anzupassen, äußerts beschränkt sind. Der dafür notwendige Einbau von Abwasserkanälen mit größeren Querschnitten scheitert in den meisten Fällen an dem verfügbaren Raum unter unseren Straßen, der bereits mit den heute schon vorhandenen Strom-, Daten-, Telefon-, Gas- und Wasserleitungen, sowie den vorhandenen Abwasserkanälen bis an die Kapazitätsgrenzen ausgeschöpft ist.

Damit liegt es im Wesentlichen in der Verantwortung der Haus- und Grundstückseigentümer, selbst für den Schutz ihres Eigentums vor mit Starkregenereignissen einhergehenden Flutkatastrophen zu sorgen. Dazu gehört unter anderem auch der Einbau und die Wartung von technischen Schutzmaßnahmen gegen "von hinten" über das Abwassersystem in das Haus eindringendes Wasser (Rückstauklappe).

Ein großes Problem in unseren Städten ist die Versiegelung der Flächen. Das Wasser kann nicht mehr versickern und sucht sich seinen Weg über das für größere Starkregenereignisse nicht mehr ausgelegte Abwassersystem. Sobald dessen Aufnahmegrenze erreicht ist, fließt es oberirdisch über die Straßen ab, wo es immer höher ansteigt und durch Kellerfenster und ebenerdige Türen in die Häuser eindringt. Im späteren Verlauf kann das Wasser in den Straßen zu reißenden Strömen anschwellen und geparkte Autos davon schwemmen, die dann beim Aufprall auf Hauswände weitere Schäden verursachen, durch die weitere Wassermassen in Gebäude eindringen können. Abhängig vom Ausmaß solcher Schäden kann es im schlimmsten Fall auch zum Einsturz von Häusern kommen.

Die weiteren Möglichkeiten von Hauseigentümern im Goethe-Quartier zum Schutz ihrer Gebäude gegen eindringende Wassermassen werden sich in den meisten Fällen auf die Sicherung der Kellerfenster, Sandsäcke zum Schutz ebenerdiger Haustüren und die Entsiegelung von Flächen in den Innenhofbereichen beschränken.